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Gereimte Predigt

Am Sonntag vor Fasching reimt unser Pfarrer, Dekan Markus Böhme, seine Predigt.

 

 

Liebe Gemeinde, Schwestern Brüder,
wie ihr wohl ahnt: Ich reim heut wieder,
denn dieser Tage Fastnacht ist,
auch wenn man dies beinah vergisst,
weil heuer unsern Karneval
ein fieses Virus bracht zu Fall.

 

Die Faschingsfeiern in dem Lande
sie kommen dies Mal nicht zustanden.
Frust und Enttäuschung sind recht groß,
der Elferrat ist arbeitslos,
Geselligkeit ist untersagt,
weil uns Corona weiter plagt.

Auch in den Kirchen da sieht man
die Einschränkung der Krise an.
So ist’s am Sonntag stets vonnöten,
für die, die in der Mess‘ wolln beten,
dass sie sich anmelden dafür
und nicht steh’n vor verschloss‘ner Tür.

Der Mindstabstand dazu führt,
dass Sitzplätze sind reduziert.
Will man sich in die Kirche wagen
ist eine Maske da zu tragen.
Verstummt indes ist der Gesang,
zum Glück gibt’s dafür Orgelklang.

Das alles ist für uns nicht schön.
Wir woll’n doch froh zur Kirche geh’n,
aus voller Kehle Lieder singen.
So unserm Gott das Lob darbringen.
Doch das geht momentan noch nicht.
Wer weiß, wann Bess’rung ist in Sicht.

In der Gemeinde es geschieht,
dass man sich ziemlich selten sieht.
Gruppen und Kreise, die sind jetzt
schon länger bei uns ausgesetzt.
Es fehlt, so spüren wir derzeit
`ne Menge an Lebendigkeit.

Das ärgert manche, regt sie auf.
Andre hingegen nehm’s in Kauf,
dass so viel, was wir gerne wollen
vorübergehend nicht tun sollen.
Deshalb vieles nicht planbar ist
für uns auf unbestimmte Frist.

Wir hab’n auch in der Kirche eben
Verantwortung für Leib und Leben.
Denn dies hat Gott uns ja geschenkt
und freilich auch ein Hirn, das denkt.
Nicht, dass auch hier ein Herd entsteht,
von dem die Infektion ausgeht.

Ich wünsche uns Gelassenheit
und dass das Thema nicht entzweit.
Dass wir gemeinsam meistern können,
was wir Corona-Krise nennen,
die auch ein Ende haben wird,
daran glaub ich ganz unbeirrt.

Und wenn ich ehrlich bin, hoff ich,
dass danach auch was ändert sich,
dass wir nicht einfach weitermachen
mit unsern eingefahr’nen Sachen,
so wie es war vor Krisenzeiten,
sondern auf neuen Wegen schreiten.

Wollen wir wirklich Kirche bauen?

Dann müssen wir auf Jesus schauen.
Was er sagt, hat Priorität
und nicht, was da an Wünschen steht
und manchen Eigeninteressen.
Stets gilt es, sich am Herrn zu messen.

Wenn Jesus fordert: „Kehret um
und glaubt ans Evangelium!“
Dann will er, dass wir uns besinnen
auf Gott, nicht eignen Glauben spinnen,
der wohl tut und ist angenehm
und sicher auch ziemlich bequem.

Denn das ist aus des Herren Sicht
ein Glaube, welcher rettet nicht.
Nur wer sich Gott voll anvertraut,
der hat auf keinen Sand gebaut.
Der darf sich freuen heute schon,
denn ew’ges Leben ist der Lohn.

Ich wünsche mir, dass Heil’ger Geist,
viel mehr in unserm Leben kreist,
dass wir, statt stundenlang zu tagen,
die Botschaft Jesu weitersagen,
für diese glaubhaft Zeugnis geben
und zwar an jedem Tag im Leben.

Denn dies kann andere anregen,
für sich einmal zu überlegen:
Ist das, was Christen sagen, echt?
Vielleicht wär‘s auch für mich nicht schlecht,
mich diesem Gott selbst anvertrauen
und mit ihm in die Zukunft schauen.

Dann wären Missionare wir,
die heute öffnen Gott die Tür
in unsre Welt, so dass der dann
mit Macht und Liebe wirken kann.
Wenn dies gelingt in unsren Zeiten,
dann wird der Glaube sich ausbreiten.

Wir wissen alle, was da war,
Ende September letztes Jahr:
Eigne Pfarrei‘n, die exisitiert,
zusammen wurden sie geführt
zu einer neuen Großpfarrei.
Vielen war das nicht einerlei.

Denn seither gilt, das ist doch klar:
Nicht alles bleibt so, wie es war.
Wer nur nach hinten schaut, vergisst,
den Blick voraus, wo Zukunft ist.
Und der verpasst, wie man oft sieht,
die Gegenwart, was gerad´ geschieht.

Natürlich hab` ich überblickt:
jede Gemeinde anders tickt.
Da gibt es Wünsche, die man hegt,
davon man sich nicht wegbewegt.
Der Traditionen gibt es viel.
Und trotzdem braucht’s Zusammenspiel.

Deshalb muss man bei allem Planen
und den Aktionen immer mahnen:
Denkt dran, bei dem, was ihr auch tut,
dass dieses ist für alle gut.
Jede Gemeinde, die man kennt
ist Teil des Ganzen, zehn Prozent.

Daher ist Weitsicht unbedingt,
vonnöten, denn nur so gelingt,
das Miteinander ohne Zwist.
Damit die Einheit sichtbar ist
braucht’s Toleranz und Empathie
und eine Menge Phantasie.

Nun freilich kann nicht alles glänzen,
wir kommen oft an unsre Grenzen.
Wo früher mal zehn Priester waren
müssen die vier heute sehr viel fahren.
Denn das Gebiet ist ziemlich groß
und immer ist auch wo was los.

Herr Braun und auch Frau Sonnemann,
packen im Pastoral-Team an.
Und für Wort-Gottes-Feiern, ja
sind Frauen und auch Männer da,
die alle mit viel Herz und Zeit
zum Mitmachen sind stets bereit.

Und auch bei vielen andren Dingen
sich Ehrenamtliche einbringen.
Das freut mich sehr und macht mir Mut,
wenn jeder, was er gut kann, tut,
und bringt zum Wohl aller sich ein.
Genau so soll die Kirche sein.

Schon sehr bald steht auf unserm Plan
der Aschermittwoch, der mahnt an:
Vergiss nicht, Mensch, trotz aller Power
ist doch begrenzt die Lebensdauer.
Auf Erden gibt’s kein ew`ge Glück.
Ein jeder kehrt zum Staub zurück.

Das soll uns aber nicht erschrecken,
denn Christus will uns auferwecken,
in seiner Ewigkeit uns geben
Anteil am österlichen Leben.
Dort gibt es weder Leid noch Not.
Das letzte Wort hat nicht der Tod.

Weil Gott uns so unendlich liebt
er für uns seinen Sohn hingibt.
Der stirbt am Kreuz, uns zu erlösen,
die guten Menschen und die bösen.
Ein jeder kann, wenn er es will
erreichen dieses große Ziel.

Dafür nur eines nötig ist,
nämlich Vertrau‘n, dass Jesus Christ
mich annimmt und auch zu mir steht,
egal, wie es mir gerade geht.
Wenn ich dem Herrn halte die Treu,
dann wird durch ihn mein Leben neu.

Die nächsten Wochen kann ich üben
ihm zu vertrauen, ihn zu lieben.
Das ist nicht immer leicht, manchmal
scheint es für mich wie eine Qual,
vor allem, wenn ich nicht verstehe
den schweren Weg, den ich gerad‘ gehe.

Der Herr geht mit. Er garantiert,
dass er mich hält, was auch passiert.
Drum kann ich heut und alle Zeit
verlassen mich auf sein Geleit.
Die Liebe, die erfüllt mein Leben,
die will ich andern weitergeben.

Mit diesem Vorsatz, den ich fasse,
ich euch nun auch in Ruhe lasse
mit meiner Predigt. Und behände
kommt diese prompt jetzt an ihr Ende.
Ihr lieben Kinder, Herren, Damen.
Gelobt sei Jesus Christus. Amen.


© Markus Böhme 2021

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